Wer daran glaubt alle Gefahren nur auf sich selbst gestellt zu überstehen muss einsam werden und mit den Jahren auch an sich selbst zu Grunde geh'n. Darum Freunde, lasst es mich einmal sagen, schön das ihr hier seit, schön euch zu sehn.

Reisebericht zu Svetlana Tag 1


Liebe Tierfreunde, die Reise in das sibirische Tierheim von Svetlana Konowlowa beginnt. Ich möchte diesmal ein kleines Tagebuch führen und zwar nicht als eine wichtigtuhende Präsidentin des Vereins, sondern als normaler Mensch, ein hilfloser Tropfen im Ozean des Tierelends, welches versucht etwas zu verändern und euch davon zu berichten.
Mit dabei dieses Jahr: Die Martina K. Eine Seelenverwandte von Svetlana, die ihr versprochen bis zu ihrem Tod immer einmal pro Jahr sie zu besuchen.
Die Ute B., die wie ein Chamäleon sich jeder Situation anpassen kann. Auch wenn es um das Schlimmste geht, die Tiere sterben zu sehen. Meinen zukünftigen Mann, der nach dreijähriger Vorbereitung und Vorstellung das er in das Rudel wilder Hunde rein geschmissen und zerfleischt werden wird. Die Kraft gefunden hat mitzukommen und in meinen Augen trotzdem mehr in den Hosen hat als alle anderen russischen Männer die wir in meinem Ort treffen und die ihn aufgeregt einladen mal ein paar Kaninchen auf der Jagd abzuschießen um Russland kennenzulernen und die dann plötzlich vor dem Tierheim stehen, zitternde Knie bekommen von dem Gebell der Hunde.
Und meine Wenigkeit, die sich vor Natur aus eigentlich eher in einer Ecke verkriechen würde, statt immer so stark zu tun. Doch sich dieser Sache stellen muss, weil es anders nicht geht.

Wir kommen dem Tierheim näher.

Die Svetlana kommt raus ein dünner, überglücklicher Energiebündel. Sie freut sich über alles uns zu sehen. Nach einem Jahr hat es sich in ihr viel aufgestappelt, in uns spürt sie Seelenverwandte welchen sie alles anvertrauen kann. Sie umarmt uns mit einer Kraft das man ihrem von Physischen Bau nicht erwarten würde, und sagt: "Schaut, ich bin noch gut in Form" Und dann flüstert sie mir ins Ohr: "Aber wenn mir was zustößt, bitte beerdige du mich."
Ich bekomme heimlich eine Gänsehaut, die Vorstellung das ihr was zustoßen könnte, verdrücke ich so schnell wie ich kann.
Am ersten Tag kommen wir spät an, ich möchte nicht ins Tierheim rein. Weil es normalerweise mehrere Stunden dauert bis man sich dort umgeschaut. Doch vor dem Tierheim steht eine Klappe zum abgeben der Hunde in welcher sich etwas bewegt. Ich schau rein und sehe um 8-10 Welpen. Die scheuen in der Ecke die tapferen im Vordergrund. "Vor zwei Tagen abgegeben, sagt mir die Mitarbeiterin."
Ich setzte mich ins Auto, und befürchte das mir dieses wie jedes Jahr solche Vorfälle einige schlaflose Nächte breiten werden. Ich sage zu meinem Freund: "Gerade eben angekommen, spüre ich die Hilflosigkeit der ganzen Situation, nur ein paar von diesen Welpen werden überleben, wann wird mein Land endlich lernen zu kastrieren!"
Mein Freund sagt mir: "Für die Menschen ist es leicht, sie wissen es gibt ein Tierheim, und es ist die einfachste Lösung die Welpen dahin abzuschieben, sie machen sich keine weiteren Gedanken, das dieses Tierheim am überleben ist, und die Svetlana kein Gott ist. Du musst es so sehen, die gleichen Welpen hätten auch in einer Mülltonne landen können."

und Was ist neu?